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Startseite > Aktuelles > 4. Campus-Symposium in Oberstdorf zum Thema „Die Freiburger Schlafschule“

4. Campus-Symposium in Oberstdorf zum Thema „Die Freiburger Schlafschule“

Univ.-Prof. Dr. rer. soc. Dipl.-Psych. Dieter Riemann, Leiter der Abteilung für Klinische Psychologie und Psychophysiologie in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Freiburg referierte am Samstag, 10. Oktober 2015 im Stillachhaus zum Thema:

Die Freiburger Schlafschule. Relevanz für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Univ.-Prof. Dr. rer. soc. Dipl.-Psych. Dieter Riemann

Univ.-Prof. Dr. rer. soc. Dipl.-Psych. Dieter Riemann

Hier sein Abstract:

Die Schlafforschung ist eine junge wissenschaftliche Disziplin und hat erst in den letzten 20 bis 30 Jahren an Dynamik gewonnen. Inzwischen wissen wir, dass Schlaf ein zyklischer Prozess ist, der durch den Wechsel von Non-REM- und REM-Phasen gekennzeichnet ist, wobei in den Non-REM-Phasen der Tiefschlaf besonders hervorzuheben ist. Schlaf verändert sich mit dem Alter, wobei dies nicht nur die Schlafarchitektur betrifft, sondern auch die Schlafpositionierung. Während Säuglinge und Kleinkinder noch ein polyphasisches Schlafmuster haben, weicht dieses ab dem jungen Erwachsenenalter einem monophasischen Schlafmuster, um im Alter wieder polyphasisch zu werden.

Chronobiologische Erkenntnisse, wie etwa die Einbettung des Schlaf-Wach-Rhythmus in den geophysikalischen 24-Stunden-Tag und die innere Uhr sind ebenso von hoher Wichtigkeit, um Schlaf und Schlafstörungen zu verstehen. Ungeklärt ist noch die Frage nach der Funktion des Schlafs, diskutiert werden Konzepte wie Erholung/Entmüdung, Theorien zu Lernen und Gedächtnis und das Immunsystem. Im Rahmen der Freiburger Schlafschule möchten wir nicht nur Erkenntnisse über gesunden Schlaf, sondern auch über gestörten Schlaf vermitteln. Zu den Schlafstörungen gehören nicht nur die Ein- und Durchschlafprobleme, sondern auch Hypersomnien, Parasomnien und Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen. Zu den häufigsten Hypersomnien zählt die Schlaf-Apnoe, d.h. eine Beeinträchtigung der nächtlichen Atmung, die tagsüber zu erhöhter Müdigkeit und Schläfrigkeit führt. Schlafstörungen im Rahmen von Schichtarbeit sind am ehesten als Schlafrhythmusstörungen zu interpretieren und zu behandeln. Unter Parasomnien werden relativ seltene Störungen wie etwa Schlafwandeln, nächtliches Hochschrecken oder die weitaus häufigeren Alpträume verstanden. Die häufigste Schlafstörung ist jedoch die Insomnie, d.h. die Beschwerde über Ein- und Durchschlafstörungen mit Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit. Für die Insomnie hat sich inzwischen das Konzept des Hyperarousals als sehr hilfreich erwiesen, um diese Störung besser zu verstehen und auch zu behandeln.

Viele Untersuchungen konnten zeigen, dass Patienten mit Insomnie ein erhöhtes Erregungsniveau auf emotionaler, motorischer, aber auch psychophysiologischer Ebene zeigen. Dies konnte auch mit bildgebenden Verfahren bestätigt werden. Therapieverfahren der Insomnie speisen sich vor allen Dingen aus der kognitiven Verhaltenstherapie und beinhalten die Aufklärung über Schlaf (Psychoedukation), die Schlafhygiene, verhaltenstherapeutische Techniken wie die Stimuluskontrolle oder die Schlafrestriktion, kognitive Techniken zur Reduktion nächtlicher Grübeleien. Großer Stellenwert kommt auch Entspannungsverfahren und Verfahren der

Achtsamkeit zu, um das Erregungsniveau chronisch insomnischer Patienten zu dämpfen. Im Rahmen des Vortrags wird ein Überblick über die verschiedenen therapeutischen Konzepte gegeben und diese anschaulich und praxisnah dargestellt.