05.05.2018 | Basel

Stillachhaus-Symposium

Schmerz – eine Zeitdiagnose?

Referent: Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Rose | Direktor Med. Klinik m.S.
Psychosomatik, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Prävalenz von Schmerzerkrankungen weltweit. Schätzungen gehen von ca. 15 Mio. Patienten aus, die an wiederkehrenden Rückenschmerzen leiden und ca. 750.000 an einer chronischen Schmerzerkrankung. An erster Stelle der Gründe für ambulante Krankschreibungen steht der Rückenschmerz, noch vor den Infektionserkrankungen. Die Europäische Schmerzgesellschaft spricht dem Schmerz bereits den Wert einer eigenen Erkrankungsentität zu, die Internationale Schmerzgesellschaft sieht in der konsequenten Schmerzbehandlung sogar ein ‚Universelles Menschenrecht‘. Auf der anderen Seite sterben heute in den USA mehr Menschen als jemals zuvor an einer Überdosis von Opioiden, darunter erstmals überwiegend ärztlich verschriebene Medikamente. In dem Vortrag soll zunächst auf die verschiedenen Krankheitsmodelle des Schmerzes und die Ursachen für dessen Zunahme eingegangen werden, bevor die neurobiologischen Befunde bei chronischen Schmerzpatienten dargestellt werden, die die Grundlage für eine individualisierte Schmerztherapie darstellen. Am Ende der Veranstaltung sollen anhand von Fallbeispielen gemeinsam die Prinzipien einer multimodalen Schmerztherapie erarbeitet werden. Die Fallbeispiele stammen aus der Arbeit in dem interdisziplinären Schmerzzentrum der Charité, in dem Anästhesisten, Physiotherapeuten, Psychologen, Neurochirurgen und Fachärzte für Psychosomatik in der ambulanten, teil- und vollstationären Versorgung seit Jahren eng zusammenarbeiten.

Ist Burnout weiblich?
Multifaktorielle Ursachen von Burnout!

Referentin: Dr. med. Franziska van Hall
ärztliche Direktorin der Stillachhaus Privatklinik

Der Begriff „to burn out“ findet sich bereits 1599 in Shakespeares Werk „The Passionate Pilgrim“. Doch erst in den letzten Jahren erhält das Burnout-Syndrom immer mehr Beachtung. Dabei gilt das Burnout-Syndrom heute zwar als Risikofaktor für die Entstehung von Depression, nicht jedoch als eigenständige Behandlungsdiagnose. Fast jede vierte Frau erleidet einmal in ihrem Leben eine depressive Episode. Hormonelle Besonderheiten begründen bis zu einem gewissen Grad diese Überrepräsentierung von Frauen. Es gibt zudem auch typische Lebenssituationen, die das Risiko für das Auftreten des Burnout-Syndroms bzw. die Diagnose von Depression bei Frauen erhöhen. Die generellen Ursachen von Depressionen sind jedoch multifaktoriell. Burnout-Syndrome und Depressionen sind keine reinen Frauenkrankheiten, sie sind nicht weiblich!

Was stresst, was schützt?
Zur Neurobiologie der sozialen Beziehung

Referent: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Markus Heinrichs
Ordinarius für Psychologie und Leiter der „Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für stressbedingte Erkrankungen“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie Leiter der Forschungsgruppe „Social Neuroscience“ am Freiburg Brain Imaging Center des Universitätsklinikums Freiburg. Prof. Heinrichs gilt als einer der weltweit meistzitierten Wissenschaftler des letzten Jahrzehnts mit der Aufnahme in die Liste „The World’s Most Influential Scientific Minds“.

Stress ist allgegenwärtiger Bestandteil unseres Alltags: Wir sind im Stress, wir leiden unter Stress, wir möchten Stress abbauen. Neben diesem populären Gebrauch des Stressbegriffs stellen psychosoziale Belastungen Risikofaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung zahlreicher psychischer, psychosomatischer und somatischer Erkrankungen dar. Umfangreiche Studien der letzten Jahre können zeigen, dass vor allem positive soziale Beziehungen und soziale Unterstützung zu den mächtigsten Schutzfaktoren gegen Stress und stressbedingte Erkrankungen zählen. Professor Heinrichs konnte in seinen Pionierarbeiten erstmals zeigen, dass das Hormon Oxytocin – in der Medizin bekannt für seine Bedeutung bei Geburt und Stillen – beim Menschen bindungs- und sozialrelevantes Verhalten wie Vertrauen, Blickkontakt und Nähe reguliert. Außerdem bewirkt Oxytocin eine Kontrolle angst- und stressreaktiver biologischer Systeme in sozialen Situationen. Der Vortrag bietet einen umfassenden Überblick über den Stand unseres Wissens beim Menschen und beleuchtet die faszinierenden Effekte eines Neurohormons für das menschliche Stress- und Sozialverhalten. Darüber hinaus widmet sich der Vortrag auch der klinischen Relevanz des Oxytocinsystems für eine Verbesserung der psychotherapeutischen Behandlung einiger Störungen.

Das Symposium findet im Novotel Basel City statt:
Novotel Basel City
Grosspeterstrasse 12
CH-4052 Basel

Kontakt
Tel: (+41)  061  3066868
www.novotel.com

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 100,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Bayern zertifiziert. Es wurden 8 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Rose

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. med. Franziska van Hall

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Markus Heinrichs

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 15:30 Uhr
Verabschiedung

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung