12.05.2018 | Wiesbaden

Stillachhaus-Symposium

Depression, Stress und Dickdarm-Mikrobiom

Referent: Univ.-Prof. Dr. med. Thomas C. Baghai | Medizinischer Direktor, Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz, Klinische Neurowissenschaften, Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg

Der menschliche Körper wird von einer enormen Anzahl von Mikroben kolonisiert. Diese werden in ihrer Gesamtheit als Mikrobiota, ihr genetisches Material als Mikrobiom bezeichnet. Sie kommen in verschiedensten Kompartimenten des Körpers, unter anderem auch im menschlichen Darm vor. In den letzten Jahren ist das Interesse für die Vielfalt dieser kommensalen Mikroorganismen und ihren Einfluss auf regulatorische Vorgänge ständig gestiegen. Aber erst seit es möglich ist, diese nicht nur in der Kultur, sondern durch Analyse ihres genetischen Materials in immer kostengünstiger werdenden Hochdurchsatzverfahren nachzuweisen, steigen die Erkenntnisse über mögliche Einflüsse auf Physiologie und Pathophysiologie des Menschen rapide an.Die Zusammensetzung der Bakterien im Dickdarm von Nagern kann das zentrale Nervensystem (ZNS) sowohl in sensiblen Entwicklungsphasen, als auch bei erwachsenen Tieren auf der Verhaltensebene beeinflussen. Regulatorische Vorgänge, die humorale endokrine und inflammatorische Mechanismen und gleichzeitig auch neuronale Informationsübermittlung einschließen, funktionieren meist bidirektional. Dies bedingt, dass das ZNS den Darm und seinen Inhalt beeinflusst, die Darmbakterien aber auch direkten und indirekten Einfluss auf das ZNS haben.
Auch stress-assoziiertes Verhalten und durch Stress modulierte psychiatrische Störungen wie z.B. depressive Erkrankungen werden vermutlich durch Veränderungen des Dickdarmmikrobioms moduliert. Hier befinden wir aber noch in der Anfangsphase der zielgerichteten Forschung. Der Vortrag erläutert die wahrscheinlichen Regulationsmechanismen und Einflussfaktoren mit dem aktuellen Stand der Erkenntnisse, schildert methodische Probleme und Lösungsansätze bei der Untersuchung dieser Zusammenhänge und zeigt einen Ausblick auf weitere Untersuchungen und mögliche Anwendungsfelder bei der Behandlung depressiver Erkrankungen.

Schwierige Therapiesituationen

Referentin: Dr. Sara Zeugmann | Psychologische Psychotherapeutin und Wellness Counselor, New York University Berlin

Schwierige Therapiesituationen sind unweigerlicher Bestandteil des therapeutischen Prozesses. In jeder Therapie treffen verschiedene Personen mit jeweils ganz eigenen Geschichten und Bedürfnislagen aufeinander, welche durchaus zu schwierig empfundenen Situationen führen können. In diesem Symposium werden typische Probleme unseres Faches behandelt, störungsspezifisch und – übergreifend. Nach der Herausarbeitung der Charakteristika schwieriger Situationen, werden praxisnahe konstruktive Lösungswege vorgestellt. Gleichzeitig möchte ich zu Gelassenheit motivieren und für die Wichtigkeit von Selbstfürsorge im Zusammenhang mit herausfordernden Therapiesituationen plädieren.

Angsterkrankungen: Überblick und Update in der Pharmakotherapie

Referent: Priv.-Doz. Dr. med. Arnim Quante | Geschäftsführender Oberarzt, Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Angsterkrankungen gehören mit einer Lebenszeitprävalenz von ca. 16 % zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Aufgrund der sehr heterogenen Symptomatik einerseits und der Scheu vor einer Behandlung andererseits werden sie oft nicht adäquat diagnostiziert und therapiert. Dabei können insbesondere verhaltenspsychotherapeutische Interventionen zu einer enormen Verbesserung der Symptomatik führen. Auch pharmakologische Therapien sind je nach Angststörung indiziert, wobei sich die Behandlung nicht notwendigerweise auf klassische Antidepressiva beschränkt. In dem Vortrag werden die gängigsten Angsterkrankungen dargestellt, die verhaltenstherapeutischen Interventionen skizziert sowie bekannte und neue pharmakologische Therapieoptionen nebst Nebenwirkungsprofil vorgestellt.

Das Symposium findet im Mercure Hotel Wiesbaden City statt:
Mercure Hotel Wiesbaden City
Bahnhofstraße 10-12
65185 Wiesbaden

Kontakt
Tel: 0611  1620
www.mercure.com

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 70,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Hessen zertifiziert. Es wurden 7 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. med. Thomas C. Baghai

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. Sara Zeugmann

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Priv.-Doz. Dr. med. Arnim Quante

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 15:30 Uhr
Verabschiedung

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung