14.04.2018 | Stuttgart

Stillachhaus-Symposium

Reflexionen in trübem Wasser? Empirische Forschung zu Narzissmus als Persönlichkeitsvariable und Persönlichkeitsstörung

Referentin: Dr. Dipl.-Psych. Aline Vater | Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin

Narzissmus ist ein vielschichtiger Begriff, der sowohl Facetten der Persönlichkeit gesunder Menschen als auch einer Persönlichkeitsstörung umfasst. Während es eine Vielzahl an empirischen Studien zu Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft gesunder Menschen gibt, besteht ein deutlicher Mangel an Befunden zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS). Trotz dieser dünnen Studienlage wird Narzissmus als Störung in Medienbeiträgen häufig populärwissenschaftlich vermarktet. In diesem Vortrag soll das Konstrukt Narzissmus daher vor dem Hintergrund der verfügbaren wissenschaftlichen Studien kritisch diskutiert werden. Dazu werden neuere empirische Befunde, die sich mit der Selbstwertschätzung, der Empathiefähigkeit und der Emotionsverarbeitung bei Patienten mit NPS beschäftigt haben, anschaulich dargestellt. Auf Implikationen für Wissenschaft und Praxis wird abschließend Bezug genommen.

Was stresst, was schützt?
Zur Neurobiologie der sozialen Beziehung

Referent: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Markus Heinrichs
Ordinarius für Psychologie und Leiter der „Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für stressbedingte Erkrankungen“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie Leiter der Forschungsgruppe „Social Neuroscience“ am Freiburg Brain Imaging Center des Universitätsklinikums Freiburg. Prof. Heinrichs gilt als einer der weltweit meistzitierten Wissenschaftler des letzten Jahrzehnts mit der Aufnahme in die Liste „The World’s Most Influential Scientific Minds“.

Stress ist allgegenwärtiger Bestandteil unseres Alltags: Wir sind im Stress, wir leiden unter Stress, wir möchten Stress abbauen. Neben diesem populären Gebrauch des Stressbegriffs stellen psychosoziale Belastungen Risikofaktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung zahlreicher psychischer, psychosomatischer und somatischer Erkrankungen dar. Umfangreiche Studien der letzten Jahre können zeigen, dass vor allem positive soziale Beziehungen und soziale Unterstützung zu den mächtigsten Schutzfaktoren gegen Stress und stressbedingte Erkrankungen zählen. Professor Heinrichs konnte in seinen Pionierarbeiten erstmals zeigen, dass das Hormon Oxytocin – in der Medizin bekannt für seine Bedeutung bei Geburt und Stillen – beim Menschen bindungs- und sozialrelevantes Verhalten wie Vertrauen, Blickkontakt und Nähe reguliert. Außerdem bewirkt Oxytocin eine Kontrolle angst- und stressreaktiver biologischer Systeme in sozialen Situationen. Der Vortrag bietet einen umfassenden Überblick über den Stand unseres Wissens beim Menschen und beleuchtet die faszinierenden Effekte eines Neurohormons für das menschliche Stress- und Sozialverhalten. Darüber hinaus widmet sich der Vortrag auch der klinischen Relevanz des Oxytocinsystems für eine Verbesserung der psychotherapeutischen Behandlung einiger Störungen.

Schwierige Therapiesituationen

Referentin: Dr. Sara Zeugmann | Psychologische Psychotherapeutin und Wellness Counselor, New York University Berlin

Schwierige Therapiesituationen sind unweigerlicher Bestandteil des therapeutischen Prozesses. In jeder Therapie treffen verschiedene Personen mit jeweils ganz eigenen Geschichten und Bedürfnislagen aufeinander, welche durchaus zu schwierig empfundenen Situationen führen können. In diesem Symposium werden typische Probleme unseres Faches behandelt, störungsspezifisch und – übergreifend. Nach der Herausarbeitung der Charakteristika schwieriger Situationen, werden praxisnahe konstruktive Lösungswege vorgestellt. Gleichzeitig möchte ich zu Gelassenheit motivieren und für die Wichtigkeit von Selbstfürsorge im Zusammenhang mit herausfordernden Therapiesituationen plädieren.

Depressionsbehandlung in der Hausarztpraxis

Referent: Univ.-Prof. Dr. med. habil., Dipl.-Päd. Jochen Gensichen (professor and chair) | Institut für Allgemeinmedizin, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München

Depressionen sind häufig. Oftmals sind Hausärzte erste und einzige Ansprechpartner für diese Patienten. Welche diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bieten sich im Team einer modernen Hausarztpraxis?

Das Symposium findet im Althoff Hotel am Schlossgarten statt:
Althoff Hotel am Schlossgarten
Schillerstraße 23
70173 Stuttgart

Kontakt
Tel: 0711  20260
www.hotelschlossgarten.com

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 70,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten. Über die Website des Hotels
bekommen Sie ein vergünstigtes Zugticket!

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Baden-Württemberg zertifiziert. Es wurden 9 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. Dipl.-Psych. Aline Vater

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Markus Heinrichs

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. Sara Zeugmann

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. med. Jochen Gensichen

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens

17:00
Verabschiedung
Ende der Veranstaltung