17.03.2018 | Heilbronn

Stillachhaus-Symposium

Depressives Grübeln: Ätiologie und Behandlung

Referent: Dr. Tobias Teismann | Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum. Geschäftsführender Leiter des Zentrums für Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum

Grübeln gilt als ein zentraler Risikofaktor für die Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Störungen, wie auch für das Auftreten von Rückfällen und Wiedererkrankungen. Darüber hinaus verweisen eine Vielzahl an Forschungsarbeiten auf die Bedeutung grüblerischen Denkens für die Aufrechterhaltung von Angststörungen, Essstörungen, Schlaf- und Schmerzstörungen. Aber auch jenseits psychopathologischer Belastung leiden viele Menschen in ihrem Alltag an wiederkehrenden und zermürbenden Grübelschleifen. Vor dem Hintergrund dieser Befunde wurden in den vergangenen Jahren verschiedene kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze entwickelt, die über eine gezielte Modifikation depressiven Grübelns das Behandlungsangebot für depressive Patienten zu erweitern versuchen. Im Vortrag werden die Auswirkungen depressiven Grübelns skizziert und verschiedene Annahmen zur Ätiologie depressiven Grübelns referiert. Im Anschluss werden Behandlungsstrategien vorgestellt. Im Einzelnen wird dabei eingegangen werden auf die Entwicklung eines metakognitiven Fallkonzeptes, Interventionen zur Modifikation dysfunktionaler grübelbezogener Annahmen und den Einsatz aufmerksamkeitslenkender Techniken zur Behandlung depressiven Grübelns.

margrafPsychische Gesundheit und Krankheit: Mehr als zwei Seiten einer Medaille

Referent: Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf | Alexander von Humboldt-Professor für klinische Psychologie und Psychotherapie, Ruhr Universität Bochum

Psychische Gesundheit wurde traditionell als Abwesenheit von Psychopathologie definiert. Inzwischen ist jedoch klar, dass diese negative Definition unzureichend ist und zum unbefriedigenden Stand der Behandlung psychischer Störungen beiträgt. Elemente psychischer Gesundheit und Krankheit können gleichzeitig vorhanden sein: Sie sind korreliert, aber zumindest partiell unabhängig voneinander und müssen daher gemeinsam erfasst werden. Wie soll jedoch eine positive Definition psychischer Gesundheit aussehen? Trotz vieler Studien zu Glück, Zufriedenheit oder Optimismus blieb deren Rolle für positiv definierte psychische Gesundheit bislang unklar. Neue Ergebnisse aus verschiedenen Kulturen zeigen nun, dass positive psychische Gesundheit einfach und einheitlich erfasst werden kann. Zudem wirken Lebenszufriedenheit, Resilienz, Optimismus, Glück, Selbstwirksamkeit und soziale Unterstützung kulturübergreifend gesundheitsfördernd und puffern zugleich die negativen Auswirkungen von Depression, Angst und Stress ab. Dabei unterscheiden sich Kulturen deutlich: So nehmen etwa in Deutschland psychische Beschwerden mit zunehmendem Alter ab, während sie in Russland ansteigen. Auch persönliche Wertvorstellungen und soziale Faktoren unterscheiden sich z.T. stark und hängen in bedeutsamer Weise mit der psychischen Gesundheit zusammen. Der Vortrag behandelt die Bedeutung dieser Befunde für die klinische Praxis und für die eigene Lebensführung.

Psychotherapeutische Interventionen zur Stärkung des Selbstwerts

Referentin: Priv. Doz. Dr. Friederike Potreck-Rose | Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin, Privatdozentin

In den meisten Psychotherapien ist die Stärkung des Selbstwerts implizites oder sogar explizites Veränderungsziel, denn ein hoher und stabiler Selbstwert wird in der Regel mit psychischer Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg assoziiert. Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Thema werden sieben zentrale Bausteine zur Steigerung und Stärkung des Selbstwerts vorgestellt und deren Umsetzung praxisnah erläutert: Therapeutisches Arbeitsbündnis herstellen, Prinzipien der Selbstwertregulation erläutern, positive Selbstbewertung fördern, Selbstentwertung reduzieren, mit dem eigenen Energiehaushalt vertraut werden, Verantwortung für sich übernehmen und stärken, innere Reichtümer entdecken und nutzen. Der Vortrag schließt mit Überlegungen zu Indikationen und Kontraindikationen sowie zu Wirkungen und Nebenwirkungen der Stärkung des Selbstwerts.

Das Symposium findet im Insel Hotel statt:
Insel Hotel
Willy-Mayer-Brücke
74072 Heilbronn

Kontakt
Tel: 07131 6300

www.insel-hotel.de

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 70,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer
Baden-Württemberg zertifiziert. Es wurden 7 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. Tobias Teismann

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Priv. Doz. Dr. Friederike Potreck-Rose

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 15:30 Uhr
Verabschiedung

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung