CME Zertifikat

Für dieses Symposium werden

7 CME Punkte beantragt.

01.06.2019 | Braunschweig

Stillachhaus-Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

Perfektionismus – Stärken nutzen, mit Risiken umgehen?

Referentin: Dr. Christine Altstötter-Gleich | Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Fachbereich 8: Psychologie

Perfektionismus ist mit einer Vielzahl psychischer Störungsbilder verbunden. Am verbreitetsten sind stressbedingte Störungen wie Depression und Burn Out. Häufig sind mit der Tendenz, an die eigenen Leistungen sehr hohe Anforderungen zu stellen, aber auch ausgeprägte soziale Ängste und Essstörungen verbunden. Nicht zuletzt werden perfektionistische Tendenzen im Alltag als problematisch erlebt, weil sie für dysfunktionale Verhaltensweisen, wie z.B. Prokrastination oder übertriebenes Checking-Verhalten verantwortlich sind. Internationale Forschungsprogramme machen jedoch deutlich, dass ein ausgeprägtes Leistungsstreben nicht zwangsläufig mit psychischen Problemen einhergeht. Sie identifizieren eine Reihe von Prozessen, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass sich perfektionistische Tendenzen zum sogenannten klinisch relevanten Perfektionismus entwickeln. Im Zentrum des Vortrags stehen neben diesen Prozessen verschiedene Modellen zur Ätiologie des klinisch relevanten Perfektionismus. Darauf aufbauend werden kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionsstrategien vorgestellt, die vor allem auf sogenannte perfektionistische „Denkfehler“ abzielen.

quanteAltersdepression: Besonderheiten und Pharmakotherapie

Referent: PD Dr. med. Arnim Quante | Geschäftsführender Oberarzt, Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Neben kognitiven Störungen gehören depressive Störungen zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Ungefähr 7% der über 70-jährigen leiden an einer Depression. Eine Reihe von besonderen Lebensumständen sind in dieser Altersgruppe im Vergleich zur jüngeren Bevölkerung hervorzuheben: dazu gehören insbesondere andere körperliche Erkrankungen, Einsamkeit sowie die Veränderung der Wohnsituation. Heimbewohner leider sehe viel häufiger an Depressionen als diejenigen, die in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Die Suizidalität ist im höher Lebensalter insbesondere bei Männern erhöht. Bei zunehmender Lebenserwartung muss mit einem Anstieg der Häufigkeiten gerechnet werden. Dennoch erhalten viele dieser Patienten keine ausreichende Therapie, obwohl eine Behandlung genauso gut möglich ist, wie bei jüngeren Patienten. Die Pharmakotherapie ist neben der Psychotherapie eine wichtige Säule in der Behandlung der Altersdepression. Sie unterscheidet sich nicht in hohem Maße von der Therapie bei jüngeren Patienten, jedoch sind einige altersbedingte Besonderheiten wie die Polypharamzie, physiologische Veränderungen und Interaktionen zu beachten. In dem Vortrag wird genau auf diese spezifischen Anforderungen in der Behandlung der Altersdepression mit einem Schwerpunkt auf die Psychopharmakologie eingegangen.

Reflexionen in trübem Wasser? Empirische Forschung zu Narzissmus als Persönlichkeits- variable und Persönlichkeitsstörung

Referentin: Dr. Dipl.-Psych. Aline Vater | Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin

Narzissmus ist ein vielschichtiger Begriff, der sowohl Facetten der Persönlichkeit gesunder Menschen als auch einer Persönlichkeitsstörung umfasst. Während es eine Vielzahl an empirischen Studien zu Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft gesunder Menschen gibt, besteht ein deutlicher Mangel an Befunden zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS). Trotz dieser dünnen Studienlage wird Narzissmus als Störung in Medienbeiträgen häufig populärwissenschaftlich vermarktet. In diesem Vortrag soll das Konstrukt Narzissmus daher vor dem Hintergrund der verfügbaren wissenschaftlichen Studien kritisch diskutiert werden. Dazu werden neuere empirische Befunde, die sich mit der Selbstwertschätzung, der Empathiefähigkeit und der Emotionsverarbeitung bei Patienten mit NPS beschäftigt haben, anschaulich dargestellt. Auf Implikationen für Wissenschaft und Praxis wird abschließend Bezug genommen.

Das Symposium findet im Mercure Hotel Atrium Braunschweig statt:
Mercure Hotel Atrium
Berliner Platz 3
38102 Braunschweig

Kontakt
Tel: 0531 7008123
Mercure Hotel Atrium Braunschweig

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 120,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer
Niedersachsen zertifiziert. Es wurden 7 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. Christine Altstötter-Gleich

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Priv.-Doz. Dr. med. Arnim Quante

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. Dipl.-Psych. Aline Vater

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 15:30 Uhr
Verabschiedung

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung