CME Zertifikat

Für dieses Symposium werden

9 CME Punkte beantragt.

02.11.2019 | München

Stillachhaus-Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

Weshalb gerät das moderne Beziehungsleben zwischen den Geschlechtern so häufig in eine Schieflage?

Referent: Univ.-Doz. Dr. med. Dr. scient. Raphael M. Bonelli | Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Facharzt für Neurologie

Der Vortrag taucht ein in das Seelenleben von Mann und Frau und beleuchtet dort besonders das Unbewusste und Verdrängte, und wie dies die heutigen Paarbeziehungen beeinfl usst: offene Beziehungen, die doch nicht ganz so offen sind, Männer auf der Suche nach ihrer weiblichen Seite, geschlechtslose Freundschaft, die sich als recht geschlechtlich entpuppt, Karrierefrauen mit paradoxen Heimchen-am-Herd-Sehnsüchten. Bonelli identifi ziert fernab von Klischees und Ideologien vier unbewusste Liebestöter und analysiert, wie moderne Männlichkeit und Weiblichkeit miteinander harmonieren können. Er zeigt, wie der Eros wiederbelebt werden kann: Wer das jeweilige Talent zur Männlichkeit oder zur Weiblichkeit nicht verkümmern lässt, sondern entfaltet, fi ndet zurück zu einer glücklichen und funktionierenden Paarbeziehung auf Augenhöhe.

Dr. med. Eike Ahlers

Neuroenhancement und Selbstoptimierung

Referent: Dr. med. Eike Ahlers | Ärztlicher Leiter psychiatrischer Konsil- und Liaisondienst, Ärztlicher Leiter der Spezialambulanz für ADHS im Erwachsenenalter, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Charité Universitätsmedizin, Campus Benjamin Franklin

Unter dem Begriff Neuroenhancement versteht man die Verbesserung von kognitiven emotionalen und motivationalen Fähigkeiten eines psychisch gesunden Menschen.

In den letzten Jahren wurde häufiger über dieses „zeitgeistige“ Thema berichtet, und zuletzt hat die DAK in einer Befragung ihrer Versicherten festgestellt, dass ca. 5 % der erwachsenen Versicherten Medikamente eingenommen haben, obwohl sie nicht krank waren und diese auch nicht von einem Arzt verschrieben worden waren; diese Selbsteinnahme von Medikamenten beruhte ausschließlich auf dem Wunsch, noch besser zu funktionieren.

Im Rahmen des Vortrags sollen dieser Trend zur Selbstoptimierung (Selbstausbeutung?) erörtert und die wichtigsten ethischen und psychologischen Fragen in diesem Zusammenhang diskutiert werden.

Psychotherapeutische Interventionen zur Stärkung des Selbstwerts

Referentin: Priv. Doz. Dr. Friederike Potreck-Rose Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin, Privatdozentin

In den meisten Psychotherapien ist die Stärkung des Selbstwerts implizites oder sogar explizites Veränderungsziel, denn ein hoher und stabiler Selbstwert wird in der Regel mit psychischer Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg assoziiert. Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Thema werden sieben zentrale Bausteine zur Steigerung und Stärkung des Selbstwerts vorgestellt und deren Umsetzung praxisnah erläutert: Therapeutisches Arbeitsbündnis herstellen, Prinzipien der Selbstwertregulation erläutern, positive Selbstbewertung fördern, Selbstentwertung reduzieren, mit dem eigenen Energiehaushalt vertraut werden, Verantwortung für sich übernehmen und stärken, innere Reichtümer entdecken und nutzen. Der Vortrag schließt mit Überlegungen zu Indikationen und Kontraindikationen sowie zu Wirkungen und Nebenwirkungen der Stärkung des Selbstwerts.

Psychologische Resilienz: Grundlagen, Mechanismen und Perspektiven

Referentin: Dr. med. Franziska van Hall Ärztliche Direktorin der Stillachhaus Privatklinik

Als psychologische Resilienz wird insbesondere die Fähigkeit eines Individuums bezeichnet, sich erfolgreich an Stress, Traumata und Krisensituationen anzupassen. Unserem heutigen Verständnis zufolge unterliegt Resilienz einem prozesshaften Charakter; sie ist dynamisch und damit veränderbar. Doch welche übergeordneten Resilienz-Mechanismen führen in ihrem Zusammenwirken zu einer verlässlichen Vorhersage von Resilienz gegenüber Stressoren? Der Vortrag bietet einen Überblick über die derzeit noch sehr heterogenen wissenschaftlichen Resilienzkonzepte, ausgehend von unterschiedlichen Resilienz-Definitionen über deren Operationialisierung bis hin zur Erfassung eines einheitlichen Resilienzkonstruktes. Auch in Bezug auf die Frage, wie Resilienz als erfolgreiche Bewältigung von Entwicklungsaufgaben am besten trainierbar wird, existiert derzeit noch kein wissenschaftlicher Konsens: Vor dem Hintergrund einer kritischen Reflexion der bisherigen Evidenz solcher Interventionen wird ein Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf unter Einbezug notwendiger wissenschaftlicher Standards skizziert. Im Weiteren erfolgt ein Einblick in die praktische resilienzmedizinische Arbeit des Stillachhauses. Trotz der Verschiedenheit der einzelnen Forschungsbefunde ließ sich bereits ein deutlicher Zusammenhang zwischen Resilienz und psychischer Gesundheit z.B. auch bei körperlich Erkrankten zeigen. Parallel zur klinischen psychosomatisch-psychotherapeutischen Arbeit werden daher im Stillachhaus durch gezielte Interventionen bekannte Resilienzfaktoren gefördert, um durch die gewonnene positive Gesundheitskompetenz (Veränderung von Einstellungen und Ansichten, neugewonnene Stärken und Ressourcen sowie Kompetenzen) den Therapieerfolg der Patienten und damit deren Lebensqualität nachhaltig zu stärken.

Das Symposium findet in der Novotel München City statt:
Novotel München City
Hochstraße 11
81669 München

Kontakt
Tel:  089 661070
Novotel München City

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 120,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Bayern zertifiziert. Es wurden 9 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Dr. scient. Raphael M. Bonelli

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Eike Ahlers

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Priv. Doz. Dr. Friederike Potreck-Rose

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Franziska van Hall

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens

17:00 Uhr
Verabschiedung

Ende der Veranstaltung