CME Zertifikat

Für dieses Symposium wurden

7 CME Punkte beantragt.

06.04.2019 | Nürnberg

Stillachhaus-Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

Depressives Grübeln: Ätiologie und Behandlung

Referent: PD Dr. Tobias Teismann | Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum. Geschäftsführender Leiter des Zentrums für Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum.

Grübeln gilt als ein zentraler Risikofaktor für die Entstehung und Aufrechterhaltung depressiver Störungen, wie auch für das Auftreten von Rückfällen und Wiedererkrankungen. Darüber hinaus verweisen eine Vielzahl an Forschungsarbeiten auf die Bedeutung grüblerischen Denkens für die Aufrechterhaltung von Angststörungen, Essstörungen, Schlaf- und Schmerzstörungen. Aber auch jenseits psychopathologischer Belastung leiden viele Menschen in ihrem Alltag an wiederkehrenden und zermürbenden Grübelschleifen. Vor dem Hintergrund dieser Befunde wurden in den vergangenen Jahren verschiedene kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlungsansätze entwickelt, die über eine gezielte Modifikation depressiven Grübelns das Behandlungsangebot für depressive Patienten zu erweitern versuchen. Im Vortrag werden die Auswirkungen depressiven Grübelns skizziert und verschiedene Annahmen zur Ätiologie depressiven Grübelns referiert. Im Anschluss werden Behandlungsstrategien vorgestellt. Im Einzelnen wird dabei eingegangen werden auf die Entwicklung eines metakognitiven Fallkonzeptes, Interventionen zur Modifikation dysfunktionaler grübelbezogener Annahmen und den Einsatz aufmerksamkeitslenkender Techniken zur Behandlung depressiven Grübelns.

Reflexionen in trübem Wasser? Empirische Forschung zu Narzissmus als Persönlichkeits- variable und Persönlichkeitsstörung

Referentin: Dr. Dipl.-Psych. Aline Vater | Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin

Narzissmus ist ein vielschichtiger Begriff, der sowohl Facetten der Persönlichkeit gesunder Menschen als auch einer Persönlichkeitsstörung umfasst. Während es eine Vielzahl an empirischen Studien zu Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft gesunder Menschen gibt, besteht ein deutlicher Mangel an Befunden zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS). Trotz dieser dünnen Studienlage wird Narzissmus als Störung in Medienbeiträgen häufig populärwissenschaftlich vermarktet. In diesem Vortrag soll das Konstrukt Narzissmus daher vor dem Hintergrund der verfügbaren wissenschaftlichen Studien kritisch diskutiert werden. Dazu werden neuere empirische Befunde, die sich mit der Selbstwertschätzung, der Empathiefähigkeit und der Emotionsverarbeitung bei Patienten mit NPS beschäftigt haben, anschaulich dargestellt. Auf Implikationen für Wissenschaft und Praxis wird abschließend Bezug genommen.

Wir wollten doch noch so viel machen – Auswirkungen einer Krebserkrankung auf Patient, Partner und Partnerschaft

Referentin: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Tanja Zimmermann | Professur für Psychosomatik und Psychotherapie mit Schwerpunkt Transplantationsmedizin und Onkologie, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover

Eine Krebserkrankung stellt nicht nur für die erkrankte Person eine psychosozial belastende Situation dar, sondern kann auch den nicht erkrankten Partner und die partnerschaftliche Funktionsfähigkeit sowie das Leben von Kindern, Verwandten und engen Freunden beeinträchtigen. Die psychische und physische Funktionsfähigkeit der Angehörigen beeinflusst auch ihre Fähigkeit, für die Patienten zu sorgen. Daher ist es von größter Bedeutung, die psychosozialen Belastungen sowohl bei Patienten als auch bei Angehörigen zu erfassen sowie Angehörige und hier insbesondere die Partner der Patienten in die psychoonkologischen Beratungskonzepte zu integrieren. Trotz der insgesamt deutlich verbesserten psychosozialen Versorgung von Krebspatienten im Rahmen der Leitlinienentwicklung und der Definition psychosozialer Versorgungsstandards erhalten Angehörige weniger emotionale und praktische Unterstützung als Patienten. Paarinterventionen verbessern nachweislich die Kommunikationsfähigkeit der Partner im Hinblick auf die individuellen Ängste und die oftmals veränderten Rollen innerhalb der Partnerschaft. Das Paar lernt, Stress gemeinsam zu bewältigen im Sinne einer „We-Disease“. Auch der Übergang von der direkten medizinischen Therapiephase in die „Normalität“ mit beispielsweise der Wiederaufnahme sexueller Aktivität kann dem Paar durch erfolgreiches dyadisches Coping leichter fallen als Paaren ohne psychoonkologische Paarintervention.

Das Symposium findet im NH Collection Nürnberg City statt:

NH Collection Nürnberg City
Bahnhofstraße 17-19
90402 Nürnberg

Kontakt
Tel: 0911 99990
NH Collection Nürnberg City

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 120,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Bayern zertifiziert. Es werden 8 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. Tobias Teismann

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. Dipl.-Psych. Aline Vater

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Tanja Zimmermann

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 15:30 Uhr
Verabschiedung

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung