CME Zertifikat

Für dieses Symposium werden

9 CME Punkte beantragt.

06.07.2019 | Frankfurt

Stillachhaus-Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

Subjektive Theorien über Willenskraft: Effekte, Mechanismen und Antezedenzien

Referentin: Prof. Dr. Veronika Job | Leitung der Professur für Sozialpsychologie an  der Technischen Universität Dresden

Jüngste Forschung hat gezeigt, dass Personen, die glauben, Willenskraft sei nicht limitiert, über bessere Selbstkontrolle, mehr Erfolg beim Zielstreben und höheres subjektives Wohlbefinden berichten als Personen, die glauben, Willenskraft sei eine limitierte Ressource. Diese Unterschiede zeigen sich insbesondere dann, wenn Personen mit hohen selbstregulatorischen Anforderungen konfrontiert sind. In diesem Vortrag wird erläutert, wie die Effekte dieser subjektiven Theorien über Willenskraft erklärt werden können (Mechanismen) und welche Bedingungen dazu beitragen, dass Menschen unterschiedliche Vorstellungen darüber entwickeln, wie Willenskraft funktioniert (Antezedenzien).

Empirische Erfassung von Gesundheit und Behandlungseffekten – Geht das?

Referent: Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Rose | Direktor Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik I Charité – Universitätsmedizin Berlin

Während lange Zeit die Heilung von akuten Erkrankungen und die Verlängerung der Lebenszeit als primäre Aufgabe der Medizin angesehen wurde, bestimmt heute vor allem die Behandlung von chronischen Erkrankungen den klinischen Alltag. Damit hat sich auch die Zielsetzung der Behandlung grundsätzlich verändert. So steht bei der Therapie von chronischen und oftmals multimorbiden Erkrankungen vor allem die Besserung der Alltagfunktionsfähigkeit und des von Patienten erlebten Wohlbefindens im Vordergrund. Um den individuellen Erfolg einer Behandlung abbilden zu können, bzw. verschiedene Interventionen miteinander zu vergleichen, stellt sich somit die Frage, inwieweit das subjektive Erleben der Gesundheit bzw. des Behandlungserfolges empirisch erfassbar ist.

In dem Seminarbeitrag werden die methodischen Grundlagen besprochen, (1) wie patienten-berichtete Gesundheitsmerkmale (Patient-Reported Outcomes, PRO) bzw. die subjektive Lebensqualität gemessen werden können, (2) welche methodischen Schwierigkeiten berücksichtigt werden müssen und, (3) welche Regeln zur systematischen Erfassung des Therapieerfolgs von den Regulationsbehörden in Deutschland in Zukunft zu erwarten sind (z.B. Bundesministeriums für Gesundheit, BMG, bzw. Institut für Qualitätssicherung und Transparenz in Gesundheitswesen, IQTIG).

Psychotherapeutische Interventionen zur Stärkung des Selbstwerts

Referentin: Priv. Doz. Dr. Friederike Potreck-Rose Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin, Privatdozentin

In den meisten Psychotherapien ist die Stärkung des Selbstwerts implizites oder sogar explizites Veränderungsziel, denn ein hoher und stabiler Selbstwert wird in der Regel mit psychischer Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg assoziiert. Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Thema werden sieben zentrale Bausteine zur Steigerung und Stärkung des Selbstwerts vorgestellt und deren Umsetzung praxisnah erläutert: Therapeutisches Arbeitsbündnis herstellen, Prinzipien der Selbstwertregulation erläutern, positive Selbstbewertung fördern, Selbstentwertung reduzieren, mit dem eigenen Energiehaushalt vertraut werden, Verantwortung für sich übernehmen und stärken, innere Reichtümer entdecken und nutzen. Der Vortrag schließt mit Überlegungen zu Indikationen und Kontraindikationen sowie zu Wirkungen und Nebenwirkungen der Stärkung des Selbstwerts.

Psychologische Resilienz: Grundlagen, Mechanismen und Perspektiven

Referentin: Dr. med. Franziska van Hall Ärztliche Direktorin der Stillachhaus Privatklinik

Als psychologische Resilienz wird insbesondere die Fähigkeit eines Individuums bezeichnet, sich erfolgreich an Stress, Traumata und Krisensituationen anzupassen. Unserem heutigen Verständnis zufolge unterliegt Resilienz einem prozesshaften Charakter; sie ist dynamisch und damit veränderbar. Doch welche übergeordneten Resilienz-Mechanismen führen in ihrem Zusammenwirken zu einer verlässlichen Vorhersage von Resilienz gegenüber Stressoren? Der Vortrag bietet einen Überblick über die derzeit noch sehr heterogenen wissenschaftlichen Resilienzkonzepte, ausgehend von unterschiedlichen Resilienz-Definitionen über deren Operationialisierung bis hin zur Erfassung eines einheitlichen Resilienzkonstruktes. Auch in Bezug auf die Frage, wie Resilienz als erfolgreiche Bewältigung von Entwicklungsaufgaben am besten trainierbar wird, existiert derzeit noch kein wissenschaftlicher Konsens: Vor dem Hintergrund einer kritischen Reflexion der bisherigen Evidenz solcher Interventionen wird ein Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf unter Einbezug notwendiger wissenschaftlicher Standards skizziert. Im Weiteren erfolgt ein Einblick in die praktische resilienzmedizinische Arbeit des Stillachhauses. Trotz der Verschiedenheit der einzelnen Forschungsbefunde ließ sich bereits ein deutlicher Zusammenhang zwischen Resilienz und psychischer Gesundheit z.B. auch bei körperlich Erkrankten zeigen. Parallel zur klinischen psychosomatisch-psychotherapeutischen Arbeit werden daher im Stillachhaus durch gezielte Interventionen bekannte Resilienzfaktoren gefördert, um durch die gewonnene positive Gesundheitskompetenz (Veränderung von Einstellungen und Ansichten, neugewonnene Stärken und Ressourcen sowie Kompetenzen) den Therapieerfolg der Patienten und damit deren Lebensqualität nachhaltig zu stärken.

Das Symposium findet im Marriott Hotel Frankfurt statt:
Marriott Frankfurt
Hamburger Allee 2
60486 Frankfurt am Main

Kontakt
Tel: 069 79550
Frankfurt Marriott Hotel

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 120,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Hessen zertifiziert. Es werden 7 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Prof. Dr. Veronika Job

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Rose

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Priv.-Doz. Dr. Friederike Potreck Rose

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. med. Franziska van Hall

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens

17:00 Uhr
Verabschiedung & Ende der Veranstaltung