CME Zertifikat

Für dieses Symposium werden

11 CME Punkte beantragt.

12.-14.07.2019 | Oberstdorf Sommer-Campus

Stillachhaus-Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

ACT – Akzeptanz- und Commitment-Therapie – Ein Überblick mit Übungen

Referentin: Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch Psychologische Psychotherapeutin, Fliedner Klinik Berlin

Von Rigidität zur Flexibilität, vom sich besser fühlen zum besser fühlen – damit können wesentliche Aspekte der Akzepttanz- und Commitment-Therapie (ACT) auf in eine kurze Formel gebracht werden. ACT gehört zu den 3. Welle Verfahren der Verhaltenstherapie und ist ein störungsübergreifender Ansatz. ACT schlägt einen Bogen zwischen der nicht bewertenden Annahme inneren Erlebens über die Achtsamkeit und Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt zur Fähigkeit (wieder) engagiert zu Handeln im Sinne der persönlichen, individuellen Werte. ACT bewegt sich weg von einer oft eher defizit-orientierten Symptomreduktion als Mittelpunkt der Therapie und hin zu einer an den individuellen Wertevorstellungen ausgerichteten ganz konkreten Entwicklung von Lebenszielen und daran ausgerichteter Handlungsentwicklung. Es geht um die selbstfürsorgliche und selbstakzeptierende Annahme auch schwieriger Emotionen und Kognitionen und die Aufgabe von Vermeidung, um ein selbstbestimmtes Leben wieder aufnehmen zu können. Es geht darum, aus dem inneren Aber ein Und machen zu können. In Rahmen des Vortrags werden die wesentlichen Aspekte von ACT und die besondere Haltung gegenüber den Patienten und Symptomen aufgegriffen. ACT ist eine sehr erlebnisorientierte Therapieform, somit ist auch der Vortrag mit der Möglichkeit zur persönlichen Erfahrung verbunden.

Neuroenhancement und Selbstoptimierung

Referentin: Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Isabella Heuser | Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité -Universitätsmedizin, Berlin

Unter dem Begriff Neuroenhancement versteht man die Verbesserung von kognitiven emotionalen und motivationalen Fähigkeiten eines psychisch gesunden Menschen.

In den letzten Jahren wurde häufiger über dieses „zeitgeistige“ Thema berichtet, und zuletzt hat die DAK in einer Befragung ihrer Versicherten festgestellt, dass ca. 5 % der erwachsenen Versicherten Medikamente eingenommen haben, obwohl sie nicht krank waren und diese auch nicht von einem Arzt verschrieben worden waren; diese Selbsteinnahme von Medikamenten beruhte ausschließlich auf dem Wunsch, noch besser zu funktionieren.

Im Rahmen des Vortrags sollen dieser Trend zur Selbstoptimierung (Selbstausbeutung?) erörtert und die wichtigsten ethischen und psychologischen Fragen in diesem Zusammenhang diskutiert werden.

Perfektionismus – Stärken nutzen, mit Risiken umgehen?

Referentin: Dr. Christine Altstötter-Gleich | Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Fachbereich 8: Psychologie

Perfektionismus ist mit einer Vielzahl psychischer Störungsbilder verbunden. Am verbreitetsten sind stressbedingte Störungen wie Depression und Burn Out. Häufig sind mit der Tendenz, an die eigenen Leistungen sehr hohe Anforderungen zu stellen, aber auch ausgeprägte soziale Ängste und Essstörungen verbunden. Nicht zuletzt werden perfektionistische Tendenzen im Alltag als problematisch erlebt, weil sie für dysfunktionale Verhaltensweisen, wie z.B. Prokrastination oder übertriebenes Checking-Verhalten verantwortlich sind. Internationale Forschungsprogramme machen jedoch deutlich, dass ein ausgeprägtes Leistungsstreben nicht zwangsläufig mit psychischen Problemen einhergeht. Sie identifizieren eine Reihe von Prozessen, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass sich perfektionistische Tendenzen zum sogenannten klinisch relevanten Perfektionismus entwickeln. Im Zentrum des Vortrags stehen neben diesen Prozessen verschiedene Modellen zur Ätiologie des klinisch relevanten Perfektionismus. Darauf aufbauend werden kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionsstrategien vorgestellt, die vor allem auf sogenannte perfektionistische „Denkfehler“ abzielen.

Schwierige Therapiesituationen

Referentin: Dr. Sara Zeugmann | Psychologische Psychotherapeutin und Wellness Counselor, New York University Berlin

Schwierige Therapiesituationen sind unweigerlicher Bestandteil des therapeutischen Prozesses. In jeder Therapie treffen verschiedene Personen mit jeweils ganz eigenen Geschichten und Bedürfnislagen aufeinander, welche durchaus zu schwierig empfundenen Situationen führen können. In diesem Symposium werden typische Probleme unseres Faches behandelt, störungsspezifisch und – übergreifend. Nach der Herausarbeitung der Charakteristika schwieriger Situationen, werden praxisnahe konstruktive Lösungswege vorgestellt. Gleichzeitig möchte ich zu Gelassenheit motivieren und für die Wichtigkeit von Selbstfürsorge im Zusammenhang mit herausfordernden Therapiesituationen plädieren.

Psychologische Resilienz: Grundlagen, Mechanismen und Perspektiven

Referentin: Dr. med. Franziska van Hall Ärztliche Direktorin der Stillachhaus Privatklinik

Als psychologische Resilienz wird insbesondere die Fähigkeit eines Individuums bezeichnet, sich erfolgreich an Stress, Traumata und Krisensituationen anzupassen. Unserem heutigen Verständnis zufolge unterliegt Resilienz einem prozesshaften Charakter; sie ist dynamisch und damit veränderbar. Doch welche übergeordneten Resilienz-Mechanismen führen in ihrem Zusammenwirken zu einer verlässlichen Vorhersage von Resilienz gegenüber Stressoren? Der Vortrag bietet einen Überblick über die derzeit noch sehr heterogenen wissenschaftlichen Resilienzkonzepte, ausgehend von unterschiedlichen Resilienz-Definitionen über deren Operationialisierung bis hin zur Erfassung eines einheitlichen Resilienzkonstruktes. Auch in Bezug auf die Frage, wie Resilienz als erfolgreiche Bewältigung von Entwicklungsaufgaben am besten trainierbar wird, existiert derzeit noch kein wissenschaftlicher Konsens: Vor dem Hintergrund einer kritischen Reflexion der bisherigen Evidenz solcher Interventionen wird ein Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf unter Einbezug notwendiger wissenschaftlicher Standards skizziert. Im Weiteren erfolgt ein Einblick in die praktische resilienzmedizinische Arbeit des Stillachhauses. Trotz der Verschiedenheit der einzelnen Forschungsbefunde ließ sich bereits ein deutlicher Zusammenhang zwischen Resilienz und psychischer Gesundheit z.B. auch bei körperlich Erkrankten zeigen. Parallel zur klinischen psychosomatisch-psychotherapeutischen Arbeit werden daher im Stillachhaus durch gezielte Interventionen bekannte Resilienzfaktoren gefördert, um durch die gewonnene positive Gesundheitskompetenz (Veränderung von Einstellungen und Ansichten, neugewonnene Stärken und Ressourcen sowie Kompetenzen) den Therapieerfolg der Patienten und damit deren Lebensqualität nachhaltig zu stärken.

Das Symposium findet in der Stillachhaus Privatklinik in Oberstdorf statt:
Stillachhaus Privatklinik GmbH
Alte Walserstraße 15
87561 Oberstdorf

Kontakt
Tel: 08322 / 602 158 (Frau Sina Schwärzler)
Stillachhaus Privatklinik GmbH

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 200,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Bayern zertifiziert. Es werden noch Punkte beantragt!

Zeitplan

Freitag 12.7.2019

18:00 Uhr Begrüßung
18:15 Uhr Vortrag von Dr. med. Franziska van Hall
19:30 Uhr Barbecue vor dem Stillachhaus


Samstag 13.7.2019

8:30 – 9:15 Uhr Yoga für Earlybirds
9:45 – 11:15 Uhr Vortrag von Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Isabella Heuser

Pause

11:30 – 13:00 Uhr Vortrag von Dr. Christine Altstötter-Gleich

Lunch

14:30 – 16:00 Uhr Vortrag von Dr. Sara Zeugmann

Pause

16:15 – 17:45 Uhr Vortrag von Dipl.-Psych. Nicole Bührsch
18:00 Uhr Dinner im Stillachhaus


Sonntag 14.7.2018

8:30 – 9:15 Uhr Yoga für Earlybirds
9:30 – 12:30 Uhr Waldbaden mit Johanna Völker

Pause

13:30 Uhr Verabschiedung und Lunch