CME Zertifikat

Für dieses Symposium wurden

7 CME Punkte beantragt.

16.02.2019 | München

Stillachhaus-Symposium

Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

Digitale Depression?

Referentin: Prof. Dr. Dipl.-Psych. Sarah Diefenbach, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Der Einzug der Technik in jeden Winkel des Alltags bleibt nicht ohne Folgen. Aufmerksamkeitsstörungen durch vermeintliches Multitasking, Leistungseinbußen durch ständige Unterbrechungen, die Degeneration des Orientierungssinns durch die allzeit bereite Navigations-App oder Fehlwahrnehmungen wie Phantom-Vibrationen. Aber nicht nur kognitiven Leistungen und körperliche Symptome, auch das subjektive Glückserleben und die soziale Interaktion werden zunehmend durch Technik definiert. Manch einer lebt mehr für Likes auf Facebook oder Instagram und vergisst dabei, den Moment selbst zu genießen. Jedes Ereignis wird zur Selfie-Kulisse – wie die Stimmung dort wirklich war, wird immer unwichtiger. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, in sozialen Netzwerken tatsächlich Bestätigung und Glück zu finden, denn das eigene Profil steht in gnadenloser Konkurrenz mit den Profilen anderer, und selektiven, geschönten Ausschnitten aus deren Leben. Auch die unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Kommunikation und der permanente Antwortdruck stellen uns vor Herausforderungen. Soziale Normen, d.h. ungeschriebene Gesetzte des Miteinanders, wie einander zuhören, Wertschätzung oder Verbindlichkeit, werden von der Technik oft ausgehebelt. Basierend auf dem Buch „Digitale Depression – Wie neue Medien unser Glücksempfinden verändern“ beleuchtet der Vortrag die Konsequenzen der allgegenwärtigen Technik in unserem Alltag. Im Fokus stehen besonders für diejenigen Phänomene, bei denen Menschen, meist ohne es zu merken, die Entscheidung über Glück und Unglück an die Technik delegieren oder in ungesunde Routinen rutschen, die so niemals gewollt waren. Im Rahmen des Campus®-Symposiums lädt Sarah Diefenbach zur kritischen Diskussion ein.

margrafWenn Angst zur Krankheit wird…

Referent: Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf | Alexander von Humboldt-Professor für klinische Psychologie und Psychotherapie, Ruhr Universität Bochum

Was haben Goethe, Freud und Brecht gemeinsam? Sie alle litten unter einer Angststörung. Übermäßige Ängste von Krankheitswert betreffen aber nicht nur berühmte Künstler und Wissenschaftler, sondern stellen weltweit die häufigste Form psychischer Störungen dar. Ohne professionelle Hilfe führen sie für die Betroffenen wie ihre Angehörigen i.d.R. zu massiven Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Derartige Folgeprobleme stellen wiederum selbst eine Belastung dar. So kommt es oft zu einer „Abwärtsspirale“, an deren Ende häufig Depressionen, Alkoholabhängigkeit, Medikamentenmissbrauch und eine um bis zu 20mal erhöhte Suizidgefahr stehen. Mittlerweile existieren zuverlässige Diagnosemethoden und erfolgreiche Behandlungsansätze für die Angststörungen. Zugleich ist unser Wissen über die zugrunde liegenden Wirkmechanismen und die effektive Übertragung der Forschungsergebnisse in die klinische Praxis stark gewachsen. In jüngster Zeit sind verstärkt basale Gedächtnis- und Lernprozesse sowie die Förderung von Selbstwirksamkeit und positiver psychischer Gesundheit in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Der Vortrag stellt die wichtigsten Neuentwicklungen dar und gibt praktische Empfehlungen für die therapeutische Arbeit.

Pathologischer Narzissmus: Entstehung, Diagnostik und Therapie bei betroffenen Patienten

Referent: Univ.-Prof. Dr. med. Stefan Röpke | Oberarzt, Bereichsleiter Persönlichkeits- störungen und Posttraumatische Belastungsstörung sowie Autismusambulanz | Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin

Narzissmus ist ein Persönlichkeitsmerkmal, welches seit der Antike beschrieben ist. Wenn Leid und Beeinträchtigung hierdurch beim Betroffenen hervorgerufen werden, wird es als pathologischer Narzissmus klinisch relevant. Als eigenständige Diagnose findet es sich als Narzisstische Persönlichkeitsstörung nur im amerikanischen Diagnosesystem DSM-5®, nicht jedoch im ICD-10® der WHO. Diese Randständigkeit in den Klassifikationssystemen steht im Widerspruch zum großen klinischen Interesse an dem Störungsbild. Bisher wurden viele Theorien und Therapien für den pathologischen Narzissmus entwickelt. In diesem Vortrag sollen diese Behandlungsansätze und Theorien den verfügbaren empirischen Daten gegenübergestellt werden. Es soll den Fragen nachgegangen werden: Was wissen wir über die Pathogenese von Narzissmus? Welche klinischen Modelle sind belegbar? Welche Behandlungsansätze wirken? Gibt es kulturelle Unterschiede hinsichtlich der Ausprägung von pathologischem Narzissmus? Steuern wir auf eine narzisstische Epidemie zu?

Das Symposium findet im Maritim Hotel München statt:

Maritim Hotel München
Goethestraße 7
80336 München

Kontakt
Tel: 0 89 55235-0
Maritim Hotel München

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 120,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer
Bayern zertifiziert. Es wurden 7 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Sarah Diefenbach

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Univ.-Prof. Dr. med. Stefan Röpke

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 15:30 Uhr
Verabschiedung

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung