CME Zertifikat

Für dieses Symposium werden

7 CME Punkte beantragt.

18.05.2019 | Gießen

Stillachhaus-Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

ACT – Akzeptanz- und Commitment-Therapie – Ein Überblick mit Übungen

Referentin: Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch Psychologische Psychotherapeutin, Fliedner Klinik Berlin

Von Rigidität zur Flexibilität, vom sich besser fühlen zum besser fühlen – damit können wesentliche Aspekte der Akzepttanz- und Commitment-Therapie (ACT) auf in eine kurze Formel gebracht werden. ACT gehört zu den 3. Welle Verfahren der Verhaltenstherapie und ist ein störungsübergreifender Ansatz. ACT schlägt einen Bogen zwischen der nicht bewertenden Annahme inneren Erlebens über die Achtsamkeit und Gegenwärtigkeit im Hier und Jetzt zur Fähigkeit (wieder) engagiert zu Handeln im Sinne der persönlichen, individuellen Werte. ACT bewegt sich weg von einer oft eher defizit-orientierten Symptomreduktion als Mittelpunkt der Therapie und hin zu einer an den individuellen Wertevorstellungen ausgerichteten ganz konkreten Entwicklung von Lebenszielen und daran ausgerichteter Handlungsentwicklung. Es geht um die selbstfürsorgliche und selbstakzeptierende Annahme auch schwieriger Emotionen und Kognitionen und die Aufgabe von Vermeidung, um ein selbstbestimmtes Leben wieder aufnehmen zu können. Es geht darum, aus dem inneren Aber ein Und machen zu können. In Rahmen des Vortrags werden die wesentlichen Aspekte von ACT und die besondere Haltung gegenüber den Patienten und Symptomen aufgegriffen. ACT ist eine sehr erlebnisorientierte Therapieform, somit ist auch der Vortrag mit der Möglichkeit zur persönlichen Erfahrung verbunden.

margrafWenn Angst zur Krankheit wird…

Referent: Prof. Dr. Jürgen Margraf, Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit, Ruhr-Universität Bochum

Was haben Goethe, Freud und Brecht gemeinsam? Sie alle litten unter einer Angststörung. Übermäßige Ängste von Krankheitswert betreffen aber nicht nur berühmte Künstler und Wissenschaftler, sondern stellen weltweit die häufigste Form psychischer Störungen dar. Ohne professionelle Hilfe führen sie für die Betroffenen wie ihre Angehörigen i.d.R. zu massiven Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Derartige Folgeprobleme stellen wiederum selbst eine Belastung dar. So kommt es oft zu einer „Abwärtsspirale“, an deren Ende häufig Depressionen, Alkoholabhängigkeit, Medikamentenmissbrauch und eine um bis zu 20mal erhöhte Suizidgefahr stehen. Mittlerweile existieren zuverlässige Diagnosemethoden und erfolgreiche Behandlungsansätze für die Angststörungen. Zugleich ist unser Wissen über die zugrunde liegenden Wirkmechanismen und die effektive Übertragung der Forschungsergebnisse in die klinische Praxis stark gewachsen. In jüngster Zeit sind verstärkt basale Gedächtnis- und Lernprozesse sowie die Förderung von Selbstwirksamkeit und positiver psychischer Gesundheit in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Der Vortrag stellt die wichtigsten Neuentwicklungen dar und gibt praktische Empfehlungen für die therapeutische Arbeit.

Resilienz nachhaltig stärken: Psychotherapie wirkt über die Generationengrenze

Referentin: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Silvia Schneider | Dekanin der Fakultät für Psychologie, Ruhr-Universität-Bochum

Unumstritten ist, dass ein Familienmitglied mit einer psychischen Störung das Risiko für andere Familienmitglieder erhöht, ebenfalls eine psychische Störung zu entwickeln. Eine bisher wenig beachtete Frage ist jedoch was passiert, wenn das erkrankte Familienmitglied durch eine erfolgreiche Behandlung die psychische Störungen zu bewältigen lernt. Der Vortrag widmet sich dieser Fragestellung auf zwei Wegen: (1) Wie wirkt sich die Psychotherapie eines Elternteils „top-down“ auf die Kinder aus? (2) Wie wirkt sich die Psychotherapie eines Kindes „bottom-up“ auf die Eltern aus? Darauf aufbauend wird exemplarisch dargestellt, welche Prozesse an Psycho- therapieeffekten über die Generationengrenze hinweg beteiligt sein könnten. Empfehlungen für die klinische Praxis werden diskutiert.

Das Symposium findet im Hotel & Restaurant Heyligenstaedt statt:
Hotel & Restaurant Heyligenstaedt
Aulweg 41
35392 Gießen

Kontakt
Tel: 0641 4609650
https://www.restaurant-heyligenstaedt.de

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 120,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Hessen zertifiziert. Es werden 7 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Silvia Schneider

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 15:30 Uhr
Verabschiedung

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung