CME Zertifikat

Für dieses Symposium wurden

9 CME Punkte beantragt.

23.03.2019 | Heidelberg

Stillachhaus-Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

Surfen gegen die Traurigkeit? Internet Interventionen zur Behandlung von Depressionen.

Referent: PD Dr. med. Jan Philipp Klein | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Universität Lübeck, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Neuroimage Nord

Depressionen führen zu einer erheblichen Krankheitslast, die vor allem durch eine deutlich verminderte Lebensqualität bedingt ist. Dennoch suchen viele depressive Menschen keine Behandlung auf. Das liegt nicht nur an langen Wartezeiten auf Psychotherapie sondern auch an dem Wunsch vieler Betroffener, die Depression aus eigener Kraft zu bewältigen und nicht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Daher können internetbasierte Selbstmanagement-Programme einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung von Depressionen leisten. Sie basieren auf den Prinzipien der klassischen Verhaltenstherapie, sind jedoch leichter zugänglich und können vom Patienten in Eigenregie bearbeitet werden. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit dieser Programme. Dieser Vortrag wird einen lebendigen Einblick geben in die Welt der internetbasierten Selbstmanagement-Programme und Kriterien nennen, anhand derer man empfehlenswerte Programme erkennt.

quanteAltersdepression: Besonderheiten und Pharmakotherapie

Referent: PD Dr. med. Arnim Quante | Geschäftsführender Oberarzt, Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Neben kognitiven Störungen gehören depressive Störungen zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Ungefähr 7% der über 70-jährigen leiden an einer Depression. Eine Reihe von besonderen Lebensumständen sind in dieser Altersgruppe im Vergleich zur jüngeren Bevölkerung hervorzuheben: dazu gehören insbesondere andere körperliche Erkrankungen, Einsamkeit sowie die Veränderung der Wohnsituation. Heimbewohner leider sehe viel häufiger an Depressionen als diejenigen, die in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Die Suizidalität ist im höher Lebensalter insbesondere bei Männern erhöht. Bei zunehmender Lebenserwartung muss mit einem Anstieg der Häufigkeiten gerechnet werden. Dennoch erhalten viele dieser Patienten keine ausreichende Therapie, obwohl eine Behandlung genauso gut möglich ist, wie bei jüngeren Patienten. Die Pharmakotherapie ist neben der Psychotherapie eine wichtige Säule in der Behandlung der Altersdepression. Sie unterscheidet sich nicht in hohem Maße von der Therapie bei jüngeren Patienten, jedoch sind einige altersbedingte Besonderheiten wie die Polypharamzie, physiologische Veränderungen und Interaktionen zu beachten. In dem Vortrag wird genau auf diese spezifischen Anforderungen in der Behandlung der Altersdepression mit einem Schwerpunkt auf die Psychopharmakologie eingegangen.

Entwicklung von Narzissmus vom Jugendalter zum mittleren Erwachsenenalter

Referentin: Prof. Dr. Eunike Wetzel | Juniorprofessorin für Psychologische Diagnostik mit Schwerpunkt Testtheorie an der Universität Mannheim

Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft ist charakterisiert durch ein überhöhtes und grandioses Selbstkonzept, Gefühle der Überlegenheit und einen Mangel an Empathie. In diesem Vortrag wird anhand aktueller Forschungsarbeiten die Entwicklung von Narzissmus vom Jugendalter zum mittleren Erwachsenenalter besprochen. Es werden Zusammenhänge zwischen Narzissmus und problematischen Verhaltensweisen im Jugendalter (z. B. Delinquenz, Drogenkonsum) behandelt. Weiterhin wird aufgezeigt, wie die Entwicklung von Narzissmus vom jungen zum mittleren Erwachsenenalter mit Lebensereignissen und -erfahrungen im beruflichen, familiären und gesundheitlichen Bereich zusammenhängt.

Stressempfindlichkeit oder Resilienz hängt mit dem Energie-Metabolismus im Gehirn zusammen

Referent: M.A. Michael van der Kooij | PhD, Lab. Translational Psychiatry, Institut für Psychiatrie und Psychotherapie an der Johannes Gutenberg Universität Mainz

Insbesondere chronischer Stress gilt als ein Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Erkrankungen wie beispielsweise depressive Störungen. Zudem kann er sich negativ auf den Stoffwechsel und besonders auf den Zuckerstoffwechsel auswirken. Die Aufnahme der Zuckerart Glukose aus dem Blut ist dabei besonders wichtig für das Gehirn. Wenn sich das Gleichgewicht des Glukosestoffwechsels auch nur geringfügig verändert, reagiert das Gehirn sehr empfindlich. In einem Tiermodell für chronischen Stress haben wir eine periphere als auch zentrale Störung des Zuckerstoffwechsels gefunden; diese physiologischen Änderungen und damit verbundene psychische Symptome stehen in ursächlichem Zusammenhang. Demnach kann eine stressinduzierte Störung des Zuckerstoffwechsels mit der Entstehung von stressabhängigen psychischen Erkrankungen zusammenhängen. Fraglich ist warum chronischer Stress bei manchen Personen zur Entwicklung psychischer Symptome führt, wie beispielsweise zu depressiver Stimmung oder einer Funktionsstörung des Gedächtnisses, während andere Menschen unter identischen Lebensbedingungen gesund bleiben und seelisch widerstandsfähig, also resilient sind? Unseren Studien zufolge, kommt hier die Individualität ins Spiel. Innerhalb der Gruppe der gestressten Tiere gibt es nämlich Untergruppierungen: zum einen sehr empfindliche, so genannte suszeptible Tiere, die auf den Stress mit einer deutlichen Störung des Glukosestoffwechsels reagieren und gleichzeitig das Lernvermögen eingeschränkt ist und zum anderen resiliente Tiere ohne die Entwicklung dieser physiologischen und kognitiven Störungen. Mit Hilfe eines Diabetes Medikamentes konnten wir diese Stress-suszeptiblen Tiere vor den negativen Konsequenzen des Stresses schützen, was den Zusammenhang zwischen Stress und Energie-Metabolismus weiter unterstreicht und Anlass zur Hoffnung gibt, dass diese neuen Erkenntnisse dazu beitragen Therapiemöglichkeiten für stressassoziierte Erkrankungen zu verbessern.

Das Symposium findet im NH Hotel Heidelberg statt:

NH Hotel Heidelberg
Bergheimer Straße 91
69115 Heidelberg

Kontakt
Tel: 06221 13270
NH Hotel Heidelberg

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 120,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Baden Württemberg zertifiziert. Es werden 9 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit PD Dr. med. Jan Philipp Klein

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Priv.-Doz. Dr. med. Arnim Quante

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Prof. Dr. Eunike Wetzel

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 16:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Michael van der Kooij

16:45 – 17:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens

17:00
Verabschiedung
Ende der Veranstaltung