CME Zertifikat

Für dieses Symposium werden

7 CME Punkte beantragt.

25.05.2019 | Lübeck

Stillachhaus-Symposium
Wissenschaftliche Leitung: Dr. med. Franziska van Hall

quanteAltersdepression: Besonderheiten und Pharmakotherapie

Referentin: PD Dr. med. Arnim Quante | Geschäftsführender Oberarzt, Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Neben kognitiven Störungen gehören depressive Störungen zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Ungefähr 7% der über 70-jährigen leiden an einer Depression. Eine Reihe von besonderen Lebensumständen sind in dieser Altersgruppe im Vergleich zur jüngeren Bevölkerung hervorzuheben: dazu gehören insbesondere andere körperliche Erkrankungen, Einsamkeit sowie die Veränderung der Wohnsituation. Heimbewohner leider sehe viel häufiger an Depressionen als diejenigen, die in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Die Suizidalität ist im höher Lebensalter insbesondere bei Männern erhöht. Bei zunehmender Lebenserwartung muss mit einem Anstieg der Häufigkeiten gerechnet werden. Dennoch erhalten viele dieser Patienten keine ausreichende Therapie, obwohl eine Behandlung genauso gut möglich ist, wie bei jüngeren Patienten. Die Pharmakotherapie ist neben der Psychotherapie eine wichtige Säule in der Behandlung der Altersdepression. Sie unterscheidet sich nicht in hohem Maße von der Therapie bei jüngeren Patienten, jedoch sind einige altersbedingte Besonderheiten wie die Polypharamzie, physiologische Veränderungen und Interaktionen zu beachten. In dem Vortrag wird genau auf diese spezifischen Anforderungen in der Behandlung der Altersdepression mit einem Schwerpunkt auf die Psychopharmakologie eingegangen.

Reflexionen in trübem Wasser? Empirische Forschung zu Narzissmus als Persönlichkeits- variable und Persönlichkeitsstörung

Referentin: Dr. Dipl.-Psych. Aline Vater | Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin

Narzissmus ist ein vielschichtiger Begriff, der sowohl Facetten der Persönlichkeit gesunder Menschen als auch einer Persönlichkeitsstörung umfasst. Während es eine Vielzahl an empirischen Studien zu Narzissmus als Persönlichkeitseigenschaft gesunder Menschen gibt, besteht ein deutlicher Mangel an Befunden zur narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS). Trotz dieser dünnen Studienlage wird Narzissmus als Störung in Medienbeiträgen häufig populärwissenschaftlich vermarktet. In diesem Vortrag soll das Konstrukt Narzissmus daher vor dem Hintergrund der verfügbaren wissenschaftlichen Studien kritisch diskutiert werden. Dazu werden neuere empirische Befunde, die sich mit der Selbstwertschätzung, der Empathiefähigkeit und der Emotionsverarbeitung bei Patienten mit NPS beschäftigt haben, anschaulich dargestellt. Auf Implikationen für Wissenschaft und Praxis wird abschließend Bezug genommen.

Psychotherapie des älteren Menschen

Referentin: Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch Psychologische Psychotherapeutin, Fliedner Klinik Berlin

Psychische Probleme und Erkrankungen sind nicht auf ein bestimmtes Lebensalter begrenzt. Andererseits ist gerade das Älterwerden häufig mit Belastungen und Herausforderungen verbunden, die schwer zu überwinden sein können. Typische Stressoren in dieser Altersgruppe sind: Abschied vom aktiven Berufsleben, Verlusterlebnisse, Funktionseinschränkungen/ chronische Erkrankungen, Gedächtnisstörungen oder die Betreuung schwerkranker Angehöriger. Dazu kommt bei vielen Menschen die Scham, sich oder anderen einzugestehen, dass bestimmte Lebensumstände als zu belastend erlebt werden und einem die Fähigkeiten zur Bewältigung im Moment fehlen. Daraus ergibt sich, dass ältere Menschen oft unerkannt und/ oder unbehandelt an psychischen Störungen erkranken. Wie kann die Psychotherapie älteren Menschen dabei helfen? Die gute Nachricht ist, dass die vielfältig vorhandenen guten Psychotherapiemethoden bei älteren Menschen nicht grundsätzlich verschieden sind zu denen bei jüngeren Patienten. Niemand muss das „Rad neu erfinden“. Der Vorteil bei älteren Patienten ist oft, dass die Anliegen viel konkreter formuliert werden. Der Blick auf die größten Risiken für ältere Menschen zeigt den wichtigsten Ansatzpunkt in der Psychotherapie (älterer) Menschen: eine Bereitschaft und Basis schaffen für gelungene Anpassungsleistungen. Dabei ist die Würdigung von Leistungen und Erfahrungen – positiver wie negativer – ebenso wichtig wie die Ermutigung zu neuen Erfahrungen bzw. der Beibehaltung wesentlicher Lebensziele. Konkret ist die Aufrechterhaltung bzw. Reaktivierung werteorientierter Aktivität vor dem Hintergrund der realen Möglichkeiten ein wichtiges Anliegen.

Das Symposium findet im Park Inn by Radisson Lübeck statt:
Park Inn by Radisson
Willy-Brandt-Allee 1-5
23554 Lübeck

Kontakt
Tel: 0451 15040
Park Inn by Radisson Lübeck

Kosten
Die Teilnahmegebühr am Symposium beträgt 120,00 Euro (inkl. MwSt.). Mittagsbrunch und Getränke sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Fortbildungspunkte
Das Symposium wird von der Landesärztekammer Schleswig-Holstein zertifiziert. Es werden 7 Punkte beantragt!

Zeitplan

09:00 – 09:30 Uhr
Empfang, Registrierung, Begrüßung

09:30 – 11:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Priv.-Doz. Dr. med. Arnim Quante

11:00 – 11:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

11:15 – 12:45 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. Dipl.-Psych. Aline Vater

12:45 – 13:00 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

13:00 – 13:30 Uhr
Lunch

13:30 – 15:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit
Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Nicole Bührsch

15:00 – 15:15 Uhr
Zeit zur Beantwortung eines Fragebogens – Kurze Pause

15:15 – 15:30 Uhr
Verabschiedung

15:30 Uhr
Ende der Veranstaltung