Psychische Belastungen nach Einsätzen im Polizeidienst
Schwere Verkehrsunfälle, Gewaltverbrechen, Suizide, Todesfälle oder Einsätze mit verletzten Kindern: Polizistinnen und Polizisten werden im Laufe ihres Berufslebens immer wieder mit Situationen konfrontiert, die für die meisten Menschen Ausnahmesituationen darstellen. Solche Erfahrungen im Dienst zu machen, lässt sich nicht vermeiden. Darum ist es umso wichtiger zu verstehen, wie diese traumatischen Erlebnisse verarbeitet werden, welche Folgen sie haben können und wie Betroffene unterstützt werden können.
Über diese Themen sprach Dr. med. Alexander Jatzko, Chefarzt unserer CuraMed Privatklinik Stillachhaus, bei einer Folgeveranstaltung zu der beeindruckenden Fachtagung für Polizeiführungskräfte in der CuraMed Privatklinik Stillachhaus im Oberstdorf 2025 am Wochenende im Universitätsklinikum Würzburg, an der rund 100 Führungskräfte der bayerischen Polizei teilnahmen.
Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Rolle der Führungskräfte:
- Wie erkennen sie belastete Mitarbeitende?
- Welche Reaktionen sind nach einem schwierigen Einsatz normal?
- Was braucht es, damit offen über psychische Belastungen gesprochen werden kann, ohne Angst vor Stigmatisierung oder beruflichen Nachteilen?
Jürgen Röhr, der nach Schusswaffengebrauch im Dienst als Polizist schwer verletzt wurde und der ehemaliger Polizeipräsident Jörg Wutig zeigten an einem Beispiel, wie Unterstützung durch Vorgesetzte positiv oder negativ verlaufen kann. In weiteren Vorträgen wurden Betroffenenperspektiven als auch Angebote der Bayerischen Polizei erläutert.
Polizistinnen und Polizisten leisten jeden Tag einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft, oft unter Bedingungen, die mit erheblichen psychischen Belastungen verbunden sind. Entscheidend ist, das Betroffene von traumatischen Erfahrungen frühzeitig Unterstützung erhalten und Führungskräfte wissen, wie sie Orientierung, Sicherheit und Rückhalt geben können. Wer täglich für die Sicherheit anderer sorgt, sollte auch selbst auf Unterstützung vertrauen können.
Rege Diskussionen und Zeit für vertiefende Gespräche machten diese Veranstaltung besonders wertvoll.

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